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Ab Juli
2008 steigen die Beiträge der Pflegeversicherung
um 0,25 Prozent. Das wurde nach langem Ringen seit
einigen Wochen verabschiedet, um die Finanzierung der
Pflege mittelfristig zu sichern. Denn laut Prognose
des Statistischen Bundesamts wird die Zahl der pflegebedürftigen
Menschen in Deutschland in den kommenden zwölf
Jahren von derzeit rund 2,1 Millionen auf über
2,6 Millionen steigen.
Durch die
Reform
der Pflegeversicherung erhöht sich der Beitrag ab 1.
Juli auf 1,95 Prozent des monatlichen Bruttoeinkommens.
Für Arbeitnehmer ohne Kinder steigt der Beitrag
dann auf 2,2 Prozent. Dadurch werden im Jahr rund 2,5
Milliarden Euro zusätzlich in die Pflegekassen
gespühlt. Mit Hilfe dieser Zusatzeinnahmen soll
die Mindestreserve der Pflegekassen bis 2014 nicht
in Anspruch genommen werden.
Neben der
Erhöhung der Beiträge wird durch die Reform
erstmals auch die Leistung verbessert. So ist es künftig
möglich, sich bei Pflege eines Angehörigen
für bis zu sechs Monate unbezahlt von der Arbeit
freistellen zu lassen. Wenn eine akute Pflege eines
Angehörigen besteht, wird einem auch ein Anspruch
auf kurzzeitige Freistellung für bis zu zehn Arbeitstage
eingeräumt. Schneller gehen soll es auch beim
Finden einer Ersatzpflege und mit den Bescheiden der
Pflegeversicherung über Leistungsbewilligungen.
Des weiteren werden künftig auch Demenzkranke
in die Pflegeversicherung einbezogen. Außerdem
wird mehr Geld für die ambulante Pflege bereitgestellt.
Ein Streitpunkt
der Reform waren die sogenannten Pflegestützpunkte, in denen Angehörige von Pflegebedürftigen
Informationen erhalten und sämtliche Anträge
einreichen können. Das geplante flächendeckende
Netzwerk von 4.000 Stützpunkten konnte nicht durchgesetzt
werden. Hingegen bleibt die Einrichtung solcher Stützpunkte
jedem Bundesland selbst überlassen. |