Private Krankenversicherung

Private Krankenversicherung In Deutschland sollte jeder Bürger krankenversichert sein, um im Krankheitsfall die notwendigen medizinischen Leistungen zu erhalten. Grundsätzlich besteht dabei die Möglichkeit sich entweder gesetzlich oder privat Krankenversichern zu lassen.
Während die gesetzliche Krankenkasse eine Grundversorgung bietet, erhält man bei der privaten Krankenversicherung ein Leistungsspektrum, das je nach gewähltem Tarif deutlich über das Mindestniveau der gesetzlichen Kassen hinausgeht. Zudem kann durch die Wahl eines individuellen Leistungspakets, die Höhe des Beitrags selbst beeinflusst werden.
Bei privaten Krankenversicherungen ist auf jeden Fall ein Check mit einem Versicherungsrechner zu empfehlen, denn nur auf diese Weise kann sichergestellt werden, dass man genau die Leistungen erhält, die wirklich benötigt werden.

Leistungsumfang der PKV

Das Leistungsspektrum der privaten Krankenversicherungen ist erheblich umfangreicher als das der gesetzlichen Kassen. Dabei kann jeder Versicherungsnehmer selbst durch die Wahl des passenden Tarifs über den Leistungsumfang entscheiden.
Der Leistungskatalog einer PKV enthält:
Ambulante Behandlungen:
Arztbesuche und verschriebene Medikamente sowie Heilmittel (Massagen, Krankengymnastik) oder Hilfsmittel (Brillen, Hörgeräte, Prothesen) werden je nach Tarifwahl ganz oder zu einem bestimmten Prozentsatz erstattet.
Krankenhausaufenthalt:
Alle Kosten, die durch ärztliche Behandlungen oder für die Unterkunft und Pflege im Krankenhaus entstehen, werden erstattet. Zudem stehen die Unterbringung im Einzel- oder Doppelzimmer sowie die bevorzugte Chefarztbehandlung zur Auswahl.
Zahnbehandlung und Zahnersatz:
Je nach Wahl des Zahn-Tarifs werden die Kosten für Zahnbehandlungen, Prophylaxe und Zahnersatz sowie für Kieferorthopädie bis zu 100 Prozent übernommen.
Zu den weiteren Leistungen der privaten Krankenversicherungen zählen unter anderem die Zahlung von Krankentagegeld gegen Verdienstausfall, Krankenhaustagegeld sowie Kurtarife oder Kurtagegelder.

Wer darf in eine Private Krankenversicherung

Jeder Arbeitnehmer bzw. Angestellter hat die Möglichkeit Mitglied in einer privaten Krankenversicherung zu werden, sofern die Versicherungspflicht- grenze, die das Jahreseinkommen angibt, bis zu der die Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenversicherung vorliegt, nicht unterschritten wird.
Dafür sollte das jährliche Bruttoeinkommen 1 Jahr lang über 50.850 Euro liegen (monatlich sind das 4.237,50 Euro; Stand 2012). Selbstständige, Freiberufler und Beamte allerdings dürfen sich unabhängig von der Versicherungspflichtgrenze privat versichern. Jedoch besteht für selbstständig tätige Künstler und Publizisten eine gewisse Ausnahme. Für diese gilt die gesetzliche Krankenversicherungspflicht gemäß Künstlersozialgesetz.
Zudem können sich unter bestimmten Voraussetzungen auch Studenten privat versichern. Dies ist der Fall, wenn bei ihnen der gesetzliche Versicherungsschutz nicht ausreicht oder eine private Vollversicherung nicht möglich bzw. sinnvoll ist. Dann kann durch eine private Krankenzusatzversicherung das Leistungsniveau erhöht werden. Angeboten werden hierfür spezielle Studententarife.

Wartezeiten in der Privaten Krankenversicherung

Durch Wartezeiten in der privaten Krankenversicherung soll verhindert werden, dass der Versicherungsnehmer unmittelbar nach dem Vertragsabschluss Leistungen in Anspruch nehmen kann. Während dieser Zeit werden nur Leistungen bei Unfall übernommen.
Unterschieden wird dabei zwischen der allgemeinen, der besonderen und der dreijährigen Wartezeit. Die allgemeine Wartezeit beträgt 3 Monate und gilt für alle ambulanten Leistungen, wie Arzt, Heilpraktiker, Massagen, Brille etc. sowie auch für Behandlungen im Krankenhaus. Die besondere Wartezeit endet spätestens nach 8 Monaten und gilt für Maßnahmen im Rahmen der Zahnbehandlung und der Kieferorthopädie sowie bei psychotherapeutischen Leistungen und Schwangerschaft. Eine dreijährige Wartezeit kommt nur bei der in Frage. Versicherungsnehmer haben allerdings einige Optionen, dass die Wartezeiten erlassen werden, so beispielsweise bei einem lückenlosen Versicherungswechsel.

Die Beitragsberechnung der PKV

In den letzten Jahren sind die Beiträge für die Private Krankenversicherung stetig gestiegen und auch in Zukunft wird es zu weiteren Beitragserhöhungen kommen. Gründe dafür sind die Kostensteigerungen im Gesundheitswesen sowie der weiter zunehmende medizinische Fortschritt.
Die Berechnung der Beitragshöhe, die ein Versicherungsnehmer zahlen muss, ist dabei abhängig vom gewählten Leistungsumfang, dem Eintrittsalter, dem Geschlecht und dem Gesundheitszustand zu Versicherungsbeginn. In der privaten Krankenversicherung gilt das Prinzip der Kapitaldeckung, das bedeutet, jeder Versicherungsnehmer muss für das eigene statistische Risiko vorsorgen. Dies führt dazu, dass jüngere Menschen mehr zahlen müssen, um für Risiken vorzuleisten, die erst im Alter auftreten. Bezeichnet wird dieser Vorgang als Altersrückstellung. Am Beitrag der privaten Krankenversicherung bildet die Altersrückstellung neben dem Risikoanteil den zweitgrößten Anteil.
Jeder Versicherungsnehmer hat die Möglichkeit den Beitrag durch eine frei gewählte Selbstbeteiligung aktiv zu senken und trägt somit zur Beitragsstabilität bei, da der Verwaltungskostenanteil durch den Wegfall der Bagatellschäden reduziert wird. Der Kunde zahlt dann die Kosten bis zur festgelegten Grenze von beispielsweise 750 Euro im Jahr selbst. Zu empfehlen ist allerdings in jedem Fall vor der Wahl einer Krankenversicherung einen unverbindlichen Versicherungscheck durchzuführen.